Im Mittelpunkt des Workshops steht die Frage, wie die (eigene) Lehre in allen Fachdisziplinen zu einer demokratischen Praxis werden kann. Hochschulen berufen sich auf Autonomie und kritisches Denken, arbeiten im Alltag jedoch oft mit Konkurrenz, Benotung und verdeckten Hierarchien. Die Teilnehmenden setzen sich gemeinsam mit diesen Widersprüchen auseinander und erkunden, wie Lernen als Begegnung unter Gleichen gestaltet werden kann. Demokratie wird dabei nicht erklärt, sondern in konkreten Situationen reflektiert und praktiziert.
Weitere Fragen, die durch ein erfahrungsbasiertes Lernen im Workshop bearbeitet werden, sind: Was macht die aktuelle Hochschullehre mit Lehrenden und Lernenden - emotional, strukturell, politisch - und wie kann dies im Sinn von Demokratie geändert werden? - Wie erkenne und durchbreche ich autoritäre Praktiken? - Wie wirken sich Machtverhältnisse, Hierarchien und strukturelle Zwänge auf das Lehren und Lernen aus – und wie können sie verändert werden? - Wie lässt sich Lernen als gemeinsamer, dialogischer und offener Prozess begreifen?
Der Kurs beruht vollständig auf der Interaktion der Teilnehmenden, während wir gemeinsam erforschen, üben und darüber nachdenken, was Demokratie bedeutet und wie sie in die (fachwissenschaftliche) Hochschullehre integriert werden kann. Die 20 Teilnehmenden des Workshops werden durch Einzel-, Klein- und Großgruppenarbeit sowie gruppendynamische Aktivitäten immer wieder aktiv eingebunden - nur wenige kurze Vorträge werden gehalten.
Grundlage des Workshop ist die Betzavta Demokratiepädagogik des Adam Institute for Democracy and Peace. In Einzelarbeit, kleinen und großen Gruppen treffen die Teilnehmenden selbstbestimmte Entscheidungen und reflektieren anschließend die demokratischen Prinzipien ihrer Handlungen. So werden Strukturen erkennbar, die auch in Seminaren, Vorlesungen oder Laboren und Betreuungssituationen wirken. Die anschließende intensive Reflexion der Aktivitäten und deren Transfer in die eigene Lehre gibt dabei direkte Denkanstöße und Handlungsanregungen, um die eigene Lehre zu demokratisieren.